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Michael Skibbe: Gerade einmal fünf Pflichtspiele darf der Gelsenkirchener auf Herthas Trainerbank verbringen.
Die Unerwuenschten
Michael Skibbe: fünf Spiele, null Punkte, Tiefpunkt einer Trainerkarriere
Im Dezember 2011 geholt, im Februar 2012 entlassen — Skibbes Hertha-Intermezzo dauert keine drei Monate und endet ohne einen einzigen Zähler.
Gerade einmal fünf Pflichtspiele darf der Gelsenkirchener auf Herthas Trainerbank verbringen. Skibbe kommt im Dezember 2011 und geht bereits im Februar 2012 wieder. Null Punkte sind seine niederschmetternde Bilanz.
Skibbe weicht für Interimslösung René Tretschok und Trainerlegende Otto Rehhagel, doch die gerade aufgestiegenen Berliner kehren am Saisonende trotzdem in die 2. Liga zurück. „Es war ein Desaster, der absolute Tiefpunkt meiner Trainerkarriere“, sagt Skibbe später gegenüber SPOX. Dabei sieht am Anfang alles gut aus.
Die Vorbereitung auf die Rückrunde läuft nach Plan, das Klima innerhalb des Teams passt und auch die Leistungen in den Testspielen lassen Hoffnung aufkeimen. „Der Kader hatte in der Breite trotzdem kein Bundesliga-Niveau und es war von Anfang an klar, dass wir gegen den Abstieg spielen würden”, erklärt Skibbe später. Weder Hertha noch Skibbe sind im Nachhinein besonders erfreut über das nicht mal dreimonatige Intermezzo.
Uwe Rahn 1990: Der Hoffnungsträger, der in Berlin keine Ruhe fand
Der Ex-Gladbacher Torjäger kommt mit großen Erwartungen, bringt es auf fünf Tore in 21 Spielen — und verlässt Hertha nach dem Abstieg sang- und klanglos.
Uwe Rahn: Der Mannheimer kommt 1990 als großer Hoffnungsträger nach Berlin. Doch der hochgepriesene Wunderknabe kann die Erwartungen bei Hertha nicht erfüllen. Die Leistungen des einstigen Gladbacher Torjägers und Nationalspielers sind mittelmäßig.
Bei 21 Einsätzen kommt er auf nur enttäuschende fünf Tore. Zudem verpasst er aufgrund zahlreicher Verletzungen immer wieder das Training und hält sich auch sonst aus den Mannschaftsbelangen heraus. Rahn braucht Ruhe, doch die findet er in Berlin nicht.
Am Ende der Saison steigt Hertha in die 2. Bundesliga ab und der Stürmer zieht sang- und klanglos weiter nach Düsseldorf.
Dunkle Kapitel
Peter Neururer 1991: Wie ein Tipp-Kick-Spruch den Trainer den Job kostete
Zwei Punkte aus zwölf Spielen, 16:43 Tore — und nach dem 3:7 gegen Bayern ein Witz über Tipp-Kick gegen den Bruder, der Neururer den Posten kostet.
Er ist als Feuerwehrmann zu den Blau-Weißen geholt worden und geht wegen Verunglimpfung des Vereins wieder. Mit Hertha BSC leitet Neururer im Frühjahr 1991 seinen ersten Bundesligaverein so erfolglos wie kaum jemand selten vor ihm. Nach zwölf Spielen, mit zwei Punkten und einem Torverhältnis von 16:43 ist für ihn Feierabend in der Hauptstadt.
Eine wirkliche Schuld gibt ihm am Abstieg aber niemand, da sich der Verein bereits bei Neururers Einstieg sowohl finanziell, als auch trainings- und führungstechnisch in einem desaströsen und nicht erstligatauglichen Zustand befindet. So müssen die Spieler ab und zu mit einem Linienbus ins Stadion fahren. Auslöser für die Entlassung ist ein Spruch von Neururer auf eine Journalistenfrage, nach der herben 3:7-Niederlagen gegen den FC Bayern.
Auf “Haben Sie jemals so hoch verloren?”, sagt der Coach salopp: “Ja, klar. 1966 gegen meinen Bruder im Tipp-Kick.” Der Spruch bringt ihm zwar Lacher in der Pressekonferenz, kostet ihn im Gegenzug aber den Job. Da fällt es ihm nicht allzu schwer, nachzutreten: „Wer als Trainer zu Hertha geht, ist entweder geisteskrank, fußballdoof oder völlig pleite.“